Kronen Zeitung

Aus WienWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kronen Zeitung (kurz „Krone“) ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Österreich. Typisch für die Kronen Zeitung ist ihr Boulevardstil mit kurzen und einfach geschriebenen Artikeln. Ihre erste Ausgabe erschien im Jahr 1900.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ausgabe

Ein Exemplar der täglich erscheinenden Kronen Zeitung umfasst in etwa 80 Seiten. Für jedes Bundesland erscheint mindestens eine eigene Ausgabe. Dabei variiert der Lokalteil je nach Bundesland, alle anderen Inhalte sind gleich. Ihr handliches DIN A4 Papierformat unterscheidet die Kronen Zeitung von den meisten anderen Tageszeitungen.

[Bearbeiten] Reichweite

Laut Österreichischer Media-Analyse erzielte die Kronen Zeitung im Jahr 2010 eine Reichweite von über 38 Prozent in Österreich und übernimmt somit die Führung der meistgelesenen Tageszeitungen in Österreich. Bei den beliebtesten Tageszeitungen in Wien belegt sie den zweiten Platz hinter der Gratiszeitung Heute (Tageszeitung).

[Bearbeiten] Geschichte

Die Kronen Zeitung wurde 1900 von einem Offizier namens Gustav Davis gegründet. Die erste Ausgabe erschien am 2. Jänner 1900. Der Name der Kronen Zeitung bezieht sich auf ihren Preis und nicht auf die Monarchie. Damals kostete ein Monatsabonnement nämlich genau eine Krone. Unterstützt wurde Davis von Personen wie dem bekannten Schriftsteller Leopold Lipschütz und dem Karikaturist Ladislaus Tuszynski.


Anfangs war die Kronen Zeitung nicht gerade ein Erfolgsblatt. Im Juni 1903 wurde sie aber durch einen Bericht über die Ermordung von König Alexander und seiner Gattin in Belgrad besonders populär und die Auflagenzahlen schnellten in die Höhe. Schon damals war die Kronen Zeitung für ihren Boulevard-Schreibstil bekannt.

1906 erschien das Blatt zum ersten Mal in einer Auflagenhöhe von 100.000 Exemplaren.

Mit der Ära der Nationalsozialisten wurde die Kronen Zeitung 1944 schließlich nach Kontrollen und einer Umbenennung in die „Kleine Kriegszeitung“ eingestellt.

1959 übernahm der frühere Chefredakteur der Tageszeitung Kurier, Hans Dichand die Titelrechte der Kronen Zeitung und ließ diese gemeinsam mit Kurt Falk (später Gründer von "Die ganze Woche" und "Täglich alles") unter dem neuen Namen „Neue Kronen Zeitung“ am 10. April 1959 wieder auferstehen.

Die Finanzierung des Projektes blieb trotz späterer langwieriger Kriminal-Prozesse im Dunkeln. Eine Schlüsselrolle spielte einer der mächtigsten Männer der österreichischen Nachkriegszeit, Franz Olah. Er war SPÖ-Innenminister und Gewerkschaftschef in Personalunion und soll Gewerkschaftsmittel zur Gründung der "Krone" zur Verfügung gestellt haben. Etwas später wurde Olah gestürzt und wegen Veruntreuung aus der Sozialistischen Partei und der Gewerkschaft ausgeschlossen, gerichtlich verurteilt und ins Gefängnis gesperrt. Bereits beschuldigt, aber noch nicht verurteilt, gründete er 1965 die Demokratische fortschrittliche Partei (DFP). Obwohl er kein Mandat errang, schwächte seine Kandidatur die SPÖ bei den Nationalratswahlen 1966 und ermöglichte der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) das Erreichen der absoluten Parlamenstmehrheit.

Olah errang hingegen bei der Wahl zum Wiener Gemeinderat drei Sitze und war zwei Jahre lang Abgeordneter ehe er 1969 seine einjährige Haftstrafe absitzen mußte. Seine Bewegung lief sich tot, wurde aufgelöst und Olah starb 2009 im Alter von 99 Jahren in Baden bei Wien.

Fest steht, dass Olah 1959 jedenfalls den deutschen Geschäftsmann Ferdinand Karpik an Dichand vermittelte. Dieser wollte sich mit 50 Prozent an der Zeitung beteiligen und stellte Dichand einen Werbefachmann bei. Sein Name: Kurt Falk (später Herausgeber der reichweitenstärksten Wochenzeitung Österreichs, "Die ganze Woche" ). Die Krone entwickelte sich bald zur meistgelesenen österreichischen Zeitung.

Mitte der sechziger Jahre stellte der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) plötzlich Besitzansprüche an die Krone: Olah habe Bürgschaftsgelder des ÖGB zur Gründung der Krone verwendet. Der folgenden Hetzkampagne der Krone gegen die SPÖ folgte ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der Zeitung und dem Gewerkschaftsbund. Dieser wurde schließlich mit 11 Millionen Schilling abgefunden. Daraufhin übernahm Kurt Falk die 50 Prozent des Deutschen Karpik.

In den achtziger Jahren stieg Kurt Falk nach langem Streit mit Hans Dichand aus und verkaufte seine Anteile an die deutsche SPD-nahe WAZ-Verlagsgruppe. Seit Jahren tobt zwischen den derzeitigen Krone-Eigentümern (Familie Dichand und WAZ) ein Kleinkrieg über Personalbestellungssrechte und damit verbunden Kompetenzen in der Führung der Zeitung. So bekämpft die WAZ-Gruppe etwa die Ernennung von Dichands Sohn, Christoph Dichand, zum Herausgeber. Diese Funktion hatte ihm nämlich Hans Dichand kurz vor seinem Tod im Jahr 2010 in Eigenregie übertragen.

[Bearbeiten] Das Unternehmen

Herausgeber der Kronen Zeitung ist die "Krone Multimedia GmbH & Co KG". Herausgeber und Chefredakteur ist Christoph Dichand. In jedem der neun Bundesländer Österreichs gibt es eine Redaktion der Kronen Zeitung für den Regionalteil. Die Kronen Zeitung ist die Krone Multimedia GmbH & Co KG hat ihren Sitz im 19. Wiener Gemeindebezirk.

[Bearbeiten] Quellen