Tiergarten Schönbrunn

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der Kaiserpavillon liegt im Zentrum des Tiergartens
"Arten schützen und erhalten" lautet das Motto des Zoos

Der Tiergarten Schönbrunn ist der älteste bestehende Zoo der Welt. Er wurde 1752 von den Habsburgern gegründet und befindet sich im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing, neben dem Schloss Schönbrunn. Dank zahlreicher Innovationen, Erneuerungen und Erweiterungen zählt der Tiergarten Schönbrunn seit Ende des 20. Jahrhunderts zu den modernsten Zoos der Welt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Tiergarten

Im Jahr 2009 und 2010 erhielt er die Auszeichnung „Bester Zoo Europas“. Direktorin und Geschäftsführerin ist seit 2007 die Zoologin Dagmar Schratter. Auf der 17 Hektar großen Fläche des Zoos leben über 8500 Tiere. Den Großteil des Tierbestands bilden die Fische mit einer Anzahl von über 2900 Exemplaren. Unter dem Motto „Arten schützen und erhalten“ wollen die Betreiber des Tiergartens die exotischen Tierarten nicht nur präsentieren, sondern auch durch Zuchtprogramme erhalten. Exotische Tiere und ihr Nachwuchs locken jährlich ca. 2 Millionen Besucher nach Wien in den Tiergarten Schönbrunn.


Der Tiergarten beteiligt sich an internationalen Zuchtprogrammen für gefährdete Tierarten. Seit 2003 ist er als Partner Chinas beim Nachzuchtprogramm für Große Pandas beteiligt. Mit der Geburt des Panda-Babys „Fu Long“ am 23. August 2007 gelang dem Tiergarten ein außergewöhnlicher Erfolg, da sich Pandabären nur sehr selten in Gefangenschaft paaren. Erstmals wurde in Europa ein Pandabär, der ohne künstliche Befruchtung gezeugt wurde, geboren. Genau drei Jahre nach der Geburt des ersten Panda-Babys, kam der zweite Panda mit dem Namen „Fu Hu“ in Schönbrunn zur Welt. Zwei Jahre lang war Panda „Fu Long“ der Star des Tiergartens Schönbrunn und sorgte im Jahr 2008 mit 2,6 Millionen Besuchern für Rekordzahlen. Im Sinne des Zuchtprogramms wurde „Fu Long“ im November 2009 nach China übersiedelt und soll dort zur Erhaltung seiner Art beitragen.


Bereits 1906 gelang in Schönbrunn mit der ersten Geburt eines in Menschenobhut gezeugten Afrikanischen Elefanten eine Weltsensation. Im Tiergarten Schönbrunn leben nicht nur exotische Tiere, er dient auch als Lebensraum für viele heimische Wildtiere. Wegen dem reichen Nahrungsangebot haben auch Eichhörnchen, Krähen und Äskulapnattern im Tiergarten ein passendes Zuhause gefunden.

Ein Tiger nimmt ein Bad und genießt die Sonne in seinem Gehege

[Bearbeiten] Anlagen

Die Anlagen des Tiergartens Schönbrunn bieten den Besuchern eine einzigartige Atmosphäre. So hat man beispielsweise im Regenwaldhaus durch die Gewittersimulationen und durch die große Tier- und Pflanzenvielfalt den Eindruck, man sei tatsächlich im Regenwald und längst nicht mehr in der Hauptstadt Österreichs. Im Polarium können Besucher durch die 13 Meter lange Beckenverglasung, oder in der Tauchbox durch einen Glasboden, die Robben und Pinguine beim Tauchen beobachten. Auch das Aquarien- und Terrarienhaus hat einiges zu bieten. Dieses Haus wird durch den sogenannten „Krokopavillon“ betreten und wieder verlassen. Eine Besonderheit des Aquarien- und Terrarienhauses ist das Gehege der Riesenschildkröten, wo der älteste Zoobewohner Schönbrunns zuhause ist. Die Schildkröte namens „Schurli“ lebt seit 1953 in Schönbrunn und ist über 100 Jahre alt. Das riesige Tunnelaquarium mit 130.000 Liter Wasser verbindet das Terrarien- mit dem Aquarienhaus, in dem die Besucher ein riesiges Korallenriff und viele bunte Fische aus dem Indopazifik bestaunen können. Die ORANG.erie ist das Zuhause der Orang-Utans. Im angeschlossenen Café kann man den Menschenaffen dabei zusehen wie sie auf die bis zu elf Meter hohen Bäume klettern, oder sich an den Seilen durch das Gehege schwingen.


Im Insektarium wird ein Ausschnitt aus der Welt der Gliederfüßer präsentiert. Wegen des Schwerpunktes auf Heuschrecken wird es auch „Haus der Schrecken genannt“. Der Heimtierpark zeigt, wie Heimtiere gemäß ihren Bedürfnissen richtig gehalten werden. Es werden auch Workshops über die richtige Heimtierhaltung angeboten. Das Wüstenhaus befindet sich außerhalb des Tiergartens Schönbrunn vis-a-vis vom Palmenhaus. Am Erlebnispfad durch das Wüstenhaus bekommt man durch die vielen Kakteen, Echsen und Vögel einen Eindruck über die Wüstenlandschaft von Mittelamerika bis Madagaskar.


Der Naturerlebnispfad in zehn Meter Höhe bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Tiergarten, das Schloss Schönbrunn und auf die Stadt. In den Stallungen des Tirolerhofes werden vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gehalten. Außerdem wird samstags und sonntags um 10:30 Uhr die Herstellung von Butter und Käse veranschaulicht. Die Hügellandschaft, Bäche und Teiche des Südamerika-Parks sind das Zuhause von Wasserschweinen, Ameisenbären und Tapiren. Im Vogelhaus lebt eine bunte Vielfalt gefiederter Exoten, Gürteltiere und Faultiere.

[Bearbeiten] Geschichte

1745

Auf Anliegen des Kaisers Franz I. Stephan von Lothringen, dem Gemahl Maria Theresias wird vom Architekten Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey ein Entwurf für eine Menagerie im Park der neuen Habsburg-Lothringischen Sommerresidenz Schönbrunn angefertigt.


1752

Am 31. Juli wird die fast fertiggestellte Menagerie mit Tieren besetzt und den Besuchern vorgestellt (darunter auch Kaiser Franz I. Stephan). Dieser Tag gilt als „Geburtstag“ des Tiergartens Schönbrunn.


1759

Der Zentralpavillon wird als letzter Bauteil der Menagerie fertig gestellt. Er soll dem Kaiserpaar und seinen Gästen als Frühstücks- und Gesellschaftsraum dienen.


Elefant.JPG

1770

Der erste Elefant zieht in Schönbrunn ein.


1778

Die Menagerie wird bei freiem Eintritt für die Bevölkerung geöffnet. Vorerst ist sie aber nur an Sonntagen und für „anständig gekleidete Personen“ zugänglich.


1781

Mit Wölfen und Bären ziehen die ersten Raubtiere in Schönbrunn ein.


1799

Zahlreiche Großtiere wie Indische Elefanten, Eisbären, Großkatzen und Hyänen werden angekauft.


1828

Schönbrunn erhält als Geschenk des Vizekönigs von Ägypten eine Giraffe. Das beeinflusst auch die Mode und das Stadtleben Wiens. Unter anderem entstehen Kleider und Schmuck in Giraffen-Motiven. Zu jener Zeit war der Tiergarten bereits täglich zu besichtigen und die ersten ausführlicheren Beschreibungen und „Zooführer“ entstanden.


1841

Ein neu eingerichtetes Affenhaus wird zur Attraktion für die Besucher.

Giraffenfütterung


1858

In Schönbrunn wird erstmals eine Giraffe geboren.


1884

Unter Alois Kraus (Direktor 1879 - 1919) wird eine Modernisierung der Anlage vorgenommen.


1906

Die weltweit erste Geburt eines in einem Zoo gezeugten Elefanten erfolgt in Schönbrunn.


1914

Schönbrunn zählt mit knapp 3500 Tieren in über 700 Arten zu den schönsten Tiergärten der Welt.


1921

Aufgrund des ersten Weltkrieges wurden viele Tiere getötet. Der Tierbestand ging um beinahe 85 % auf 400 Tiere zurück. Der Tiergarten wird dem Ministerium für Handel und Wirtschaft, Industrie und Bauten unterstellt und als Staatsbetrieb weitergeführt.


1926

Offizielle Namensänderung von „Menagerie“ auf „Tiergarten“.

Pinguingehege


1945

Der Tiergarten wird von zahlreichen Fliegerbomben getroffen. Viele Tierhäuser werden zerstört. Mehr als tausend Tiere sterben.


1961

Die weltweit erste Nachzucht des europäischen Seeadlers gelingt in Schönbrunn.


1987

Aufgrund der rückläufigen Besucherzahlen wird über die Schließung des Tiergartens diskutiert.


1991

Der Tiergarten wird unter der Führung einer neu gegründeten Schönbrunner Tiergarten GmbH privatisiert. Helmut Pechlaner wird Geschäftsführer. Das Regenwaldhaus, eine moderne Raubkatzenanlage, ein Insektarium, eine Anlage für Große Pandas und eines der größten Panzernashorngehege Europas entstehen.


Zwei Mähnenrobben genießen die Sonne

2002

Der erste tödliche Zwischenfall ereignet sich, als ein Jaguar eine Tierpflegerin während der Fütterung angreift.


2003

Als zweiter europäischer Zoo erhält der Tiergarten Schönbrunn ein Paar Große Pandas von China. Die beiden werden voraussichtlich für zehn Jahre in Wien bleiben dürfen.


2005

Der junge Elefantenbulle Abu erdrückt seinen Pfleger. Helmut Pechlaner bietet daraufhin dem Bundesminister seinen Rücktritt an.


2007

Dagmar Schratter übernimmt als Nachfolgerin Pechlaners die Geschäftsführung des Tiergartens. Höhepunkt des Jahres ist die Geburt des ersten auf natürlichem Weg gezeugten Panda-Babys in Europa am 23. August.


2008

Der junge Panda „Fu Long“ und viele andere Jungtiere wie Eisbären, Tiger und Löwen lockten bis Jahresende 2,6 Millionen Gäste an und sorgten somit für einen neuen Besucherrekord.


2009

Im Frühjahr wird der Tiergarten Schönbrunn als bester Zoo Europas ausgezeichnet. Das früher als Malerin bekannt gewordene Orang-Utan Weibchen „Nonja“ erhält nach ihrer Übersiedelung in ein neues Gehege eine Digitalkamera mit Internet-Anschluss und wird zu einem Star auf Facebook. Im Herbst muss man sich schweren Herzens von Panda „Fu-Long“ verabschieden, der nach mehr als zwei Jahren nach seiner Geburt in Schönbrunn, im Rahmen eines Zuchtprogrammes, nach China übersiedelt wird.


2010

Dieses Jahr beschert dem Tiergarten einen Schwung an Jungtieren. Der Nachwuchs bei den fast völlig verschwundenen asiatischen Batagur-Schildkröten ist eine Sensation. Auch bei den Beulenkrokodilen und den Zwölffingerfaultieren gibt es Nachwuchs. Publikumslieblinge 2010 sind aber der junge Afrikanische Elefantenbulle „Tuluba“ und das zweite, erneut auf natürlichem Weg gezeugte Panda Baby „Fu Hu“. Der Tiergarten Schönbrunn wird zum zweiten Mal infolge als bester Zoo Europas ausgezeichnet.


[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Tiergarten Schönbrunn auf einen Blick

Adresse: Maxingstraße 13b, 1130 Wien
Besteht seit: 31. Juli 1752
Fläche: 17 Hektar
Tierbestand: 8.504 Individuen,

632 Rassen (Stand 31.12.2010)

Leitung: Dagmar Schratter

(Leitung und Geschäftsführung)

Auszeichnung: „Bester Zoo Europas“ 2009 & 2010
Besonderheit: Ältester noch bestehende Zoo der Welt


[Bearbeiten] Tierbestand (Stand 31. Dezember 2010)

Gruppe
Individuen
Arten und

Rassen

Säugetiere 672 93
Vögel 1069 105
Reptilien 330 56
Amphibien 688 45
Fische 2904 188
Wirbeltiere gesamt 5663 487
Wirbellose gesamt 2841 145
Tierbestand gesamt 8504 632

[Bearbeiten] Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Jänner 09:00-16:30
Februar 09:00-17:00
März 09:00-17:30
April 09:00-18:30
Mai 09:00-18:30
Juni 09:00-18:30
Juli 09:00-18:30
August 09:00-18:30
September 09:00-18:30
Oktober (bis Ende Sommerzeit) 09:00-17:30
November 09:00-16:30
Dezember 09:00-16:30
Der Tiergarten-Zug pendelt zwischen dem Frühstückspavillon des Kaisers, dem Elefantenhaus und dem Tirolerhof.

[Bearbeiten] Internetpräsenz des Tiergarten Schönbrunn

[Bearbeiten] Weblinks

  • Zooplan Abgerufen am 20. November 2012